Bergrettungsdienste auf Hochtouren

2. September 2019 0 Von admin

Ein 40 jähriger Mann geriet bei guten Wetter- und Schneeverhältnissen von einer Piste ab und schlug gegen eine Felsplatte. Er erlitt eine „ausgedehnte säbelhiebähnliche Spaltungsfraktur“ von Gesicht und rechter Schädelhälfte – er starb auf dem Transport ins Krankenhaus. Ärzte der Neurochirurgischen Abteilung in Chur, „sind Kollisionen mit anderen Skifahrern.“ Dabei erscheint den Medizinern bemerkenswert, daß von den beiden Kollisionspartnern meistens „die langsamen und vorsichtigen Fahrer die schwereren Schädel-Hirn-Verletzungen“ davontragen. Über der halbe der Verunglückten, die im Kantonsspital Chur behandelt werden, kommen aus der Bundesrepublik. Erst recht Kinder und Jugendliche, die die Gefahren nicht abschätzen können, sind betroffen. Von 105 Kindern unter 17 Jahren, die in der letzten Zeit drei Wintern in Chur auf der Tagesordnung stehen mussten, wurden 25 wegen Bluterguss im Gehirn oder wegen eingedrückter Schädeldecken operiert; das jüngste Kind war drei Jahre alt. Untersuchungen der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Versuchsanstalt in St. Gallen ergaben, daß die Schläfenwand des menschlichen Schädels schon bei einer Kraft, die einer Geschwindigkeit von 16 Stundenkilometern entspricht, eingedrückt werden kann.

Wie sollte man sich verhalten wenn man selbst Ersthelfer ist. Als aller erstes natürlich den Bergrettungsdienst informieren.

Habt ihr den Bergrettungsdienst erreicht, solltet ihr genaue Auskunft über den Ort der Unfallstelle, das Unfallopfer sowie seine Verletzungen geben. Ist man alleine an der Unfallstelle, hat die Sicherung Priorität. Sind jedoch mehrere Leute beim Unfallopfer, kann die Unfallstelle abgesichert und telefonisch Hilfe gerufen werden, während sich jemand anderes bereits um den Verletzten kümmert. Zunächst werden die Vitalzeichen überprüft. Falls das Unfallopfer nimmer atmet, bewusstlos ist oder eine Herzstillstand hat, muss unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen – Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung – begonnen werden. Hierbei zählt jede Minute. Sind die Vitalzeichen des Verletzten stabil und ist er dennoch bewusstlos, bringt man ihn gut beraten sein in die stabile Seitenlage bis die Bergrettung eintrifft. Wenn der Verletzte ansprechbar ist und über Schmerzen am Rücken, im Nacken oder am Kopf klagt, dürft ihr ihn in keiner Beziehung bewegen. Es mag sein, dass er sich an der Wirbelsäule verletzt hat. Um dies auszuschließen, fragt man den Verletzten, ob er seine Finger und Zehen bewegen kann und ob er noch ein Gefühl in den Händen und Füßen hat. Auch Lawinen können schnell zur Gefahr werden.

Um das Lawinenrisiko zu reduzieren, müssen die Tourengeher die Sicherheitsausrüstung gut beherrschen. Bei einer organisierten Bergrettung per Helikopter vergehe unausgeglichen Zeit. Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Verschütteten sinke bereits nach Zeitraum drastisch. Zur Standardausrüstung für Skitouren und Abfahrten abseits präparierter Pisten gehören LVS-Gerät, Sonde und Schaufel. Der Umgang und die sogenannte Kameradenrettung muss erlernt werden. Grundkenntnisse werden in Kursen vermittelt, regelmäßiges eigenes Auffrischen ist wichtig. Allein sollte kein Skifahrer abseits der Pisten reisen. Ein Lawinen-Airbag ist nach Einschätzung eine sinnvolle Zusatzausrüstung. Der Experte betont jedoch: „Das ist keine Lebensversicherung.“ übergangsweise müsse der Wintersportler den Airbag im Zweifelsfall selbst auslösen, was nicht immer passiert. Und dann gebe es Geländekonstellationen, bei denen der Airbag nichts bringt. Wenn eine Lawine e. g. vor einem Gegenhang in einer Stauzone endet, nutze der Rucksack nichts.